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Rüde oder Hündin

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Wenn man sich einen Hund anschaffen bzw. aus dem Tierheim retten möchte, steht die Hunderasse manchmal schon fest und es stellt sich nur noch die Frage des Geschlechts. Dazu gibt es ganz unterschiedliche und kontroverse Meinungen von Hundebesitzern und Züchtern. Schließlich geht es um ein neues Familienmitglied, das als Wegbegleiter mit dem richtigen Temperament zur Familie passen soll.  Nachfolgende Eigenschaften basieren darauf, dass der Hund nicht kastriert wurde.

Vorteile von Hündinnen

  • Familienfreundlicher
  • Anhänglicher
  • Verschmuster
  • Bessere Leinenführigkeit
  • Leichter zu erziehen

Nachteile von Hündinnen

  • Läufigkeit
  • Verursachen mehr Dreck

Vorteilen von Rüden

  • Aktiver
  • Selbstbewusster
  • Imposanter
  • Selbstständiger
  • Wachsamer

Nachteile von Rüden

  • Schlechtere Leinenführigkeit
  • Aggressiver
  • Ausgeprägter Geschlechtstrieb
  • Schwerer zu erziehen
  • Streunen

Wild lebende Hunde gehören zur Ordnung der Raubtiere und organisieren sich im Rudel, wie Ihre Vorfahren die Wölfe. Dabei übernehmen Hunde unterschiedliche Aufgaben. Hündinnen und junge Hunde agieren in einem kleinen Radius und haben meist Aufgaben innerhalb des eigenen Territoriums, wie die Aufzucht der Welpen. Rüden kümmern sich um die  Grenzsicherung auch außerhalb des Territoriums und sorgen sich eher um die Sicherheit.

Haushunde sind Hunde, die an das Zusammenleben mit Menschen und dessen Gesellschaft gewöhnt sind. Damit wird der Haushund gegen wild lebende, verwilderte oder streunende Hunde abgegrenzt, die zwar auch domestiziert, aber nicht an die menschlichen sozialen Normen angepasst sind. Damit kann man die Regeln von wild lebenden  Hunden nicht direkt auf erzogene Haushunde ableiten, aber es gibt viele Verhaltensmuster, die den Hund prägen.

Welches Verhalten passt zum Rüden oder der Hündin?

 Rüde begegnet einem Rüden

  • Verstärktes Imponiergehabe
  • Aufrechter Gang
  • Gespannte Haltung
  • Hoch erhobene Rute
  • Territorium markieren
  • Teilweise Aggression, z.B., wenn eine läufige Hündin in der Nähe ist
  • Nicht geschlechtsreife oder kastrierte Hunde (0,5 bis 2 Jahre) neigen eher zum Spieltrieb

Rüde begegnet einer Hündin

  • Rüden sind immer paarungsbereit und haben einen starken Geschlechtstrieb
  • Nicht läufige Hündin: Der Rüde ist gut leinenführig
  • Läufige Hündin: Der Rüde ist schwer leinenführig
  • Nicht geschlechtsreife oder kastrierte Hunde (0,5 bis 2 Jahre) neigen eher zum Spieltrieb

Hündin begegnet einer Hündin

  • Läufige Hündin: Die Hündin ist schwer leinenführig und kann aggressiv reagieren
  • Nicht läufige Hündin: Der Hündin ist gut leinenführig
  • Hündinnen werden im Schnitt 2 Mal pro Jahr läufig
  • Kleine Hündinnen werden 3 Mal, ältere Hündinnen plus bestimmte Rassen nur 1 Mal pro Jahr läufig
  • Eine Hündin hat keine Menopause. Die Pausen zwischen der Läufigkeit werden im Alter immer grösser
  • Nicht geschlechtsreife oder kastrierte Hündinnen (0,5 bis 2 Jahre) neigen eher zum Spieltrieb

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber es gibt durchaus geschlechtsspezifische Eigenschaften, die Hunde definieren. Je nach Rasse gibt es dazu deutliche Unterschiede. So ist eine Hündin aus einer Kampfhund-Rasse deutlich dominanter und aggressiver als ein Rüde aus einer gezüchteten Schoßhund-Rasse.

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Rüde oder Hündin im Umgang mit Welpen

Männliche Hunde und Welpen

Obwohl Rüden weniger mit Erziehungsaufgaben betraut sind, kümmern sie sich dennoch um die Welpen, um sie auf das spätere Leben vorzubereiten. Während der Trächtigkeit ist der Rüde weiterhin für die Reviersicherung zuständig. Sobald aber die Welpen geboren sind, greift der Rüde frühestens nach 1 bis 2 Monaten in die Erziehung ein.

Er übt spielerisch unterschiedliche Situationen mit dem Nachwuchs ein, die diese im Erwachsenenalter dann abrufen müssen. Der Rüde trainiert mit seinen Welpen frühzeitig Jagdspiele und setzt Grenzen, so dass sich jeder im Rudel seiner Rolle und Aufgaben bewusst ist.

Weibliche Hunde und Welpen

Die ersten beiden Wochen nach der Geburt sind die Welpen noch sehr hilfsbedürftig. Die Hauptbeschäftigung der Welpen besteht aus Fressen und Schlafen. Die Hündin ist ständig bei den Welpen und kümmert sich liebevoll um diese. Mit ihrer Zungenmassage am Bauch der Welpen stimuliert sie die Welpen zum Urinieren und Koten. Dabei entfernt Sie auch alle Ausscheidungen. So hilft Sie nicht nur den Welpen, sondern hält auch das Lager sauber.

Nach 3 bis 4 Wochen beginnen die Welpen ihre Umgebung zu erkunden, die Hündin nimmt gelegentlich kurz am Rudelleben teil und beginnt anderen den Kontakt zu den Welpen zu erlauben. Ab der 4ten bis 6ten Woche greift dann der Rüde gelegentlich mit ein.

Hundehalter mit Rüden oder Hündinnen

Hündinnen und Frauen

Hündinnen versuchen bei Frauen öfter diese zu Ihren Gunsten zu manipulieren. Man kann oft Verhaltensweisen mit einer gewissen Verweigerung feststellen, mit denen die Hündin versucht ihre Stellung gegenüber der Hundehalterin zu verbessern. Da Frauen in der Regel sensibler und einfühlsamer als Männer sind, erkennen Sie schnell die Muster der Manipulation und können dem entgegenwirken. Dabei kommt es aber auch öfters zu lautstarken Konflikten.

Hündinnen und Männer

Ruhige und ausgeglichene Männer kommen mit Hündinnen sehr gut zurecht. Die Hündin beobachtet ihn und folgt ihm auf Schritt und Tritt. Sie ist ständig in seiner Nähe und er merkt oft gar nicht wie ihn die Hündin mit Ihrem treuen Blick beeinflusst. Dominante Männer dagegen werden von einer Hündin nie in Frage gestellt und sie ordnen sich dem Mann schnell unter. Es kann in der Beziehung aber auch leichter zu Eifersuchtsszenen anderen Menschen und Hunden gegenüber kommen.

Rüden und Frauen

Als Frau müssen Sie dem Rüden klar machen, dass Sie selbstständig handeln und keine ungewollte Einmischung von ihm dulden. Falls man ihm das nicht von Anfang an klar macht, kann er sich zu einem nervigen und eifersüchtigen Bewacher entwickeln. Rüden sind treue Begleiter Ihrer Hundehalterinnen, neigen aber schnell dazu den Beschützerinstinkt zu übertreiben.

Rüden und Männer

Männer wählen oft und gerne einen Rüden. Als testosterongetriebener Mensch suchen Sie im Rüden die Herausforderung zum klaren Setzen der Grenzen. Der Spaß an der Kombination liegt vor allem im ständigen Kräftemessen und  in dem spielerischen Austesten von Grenzen. Ist das Selbstbewusstsein des Halters nicht groß genug für die Rasse, übernimmt schnell der Rüde die Rolle des Rudelführers.

Läufigkeit

Während Rüden ganzjährig paarungsbereit sind, beschränkt sich das Interesse der Hündin zur Verpaarung auf nur wenige Tage im Jahr. Während der Läufigkeit zeigen Hündinnen sogar ähnliche Verhaltensweisen, wie sie sonst nur bei sexuell motivierten Rüden zu beobachten ist.

  • Häufiges Markieren, zum Teil auch mit gehobenem Bein
  • Deutliche Selbstdarstellung
  • Imponiergehabe
  • Streunen auf der Suche nach einem Partner

Scheinträchtigkeit

Wenn es während der Läufigkeit nicht zur Paarung kommt, hat die Natur die sogenannte Scheinträchtigkeit vorgesehen. Durch die geringere Progesteron-Ausschüttung am Ende der Läufigkeit steigt der Prolaktinspiegel, welcher unter anderem die Zitzen wachsen lässt und Milch produzieren kann. Viele Hündinnen lassen sich die Scheinträchtigkeit weder körperlich noch psychisch anmerken. Manche Hündinnen zeigen in der Zeit Verhaltensänderungen wie Nestbautrieb, starke Trägheit, Unruhe und Lethargie. Dabei kann es auch vorkommen, dass die Hündin Spielzeug oder andere Gegenstände wie Welpen behütet und verteidigt.

Während Rüden meist Kämpfe austragen, die der Rangordnung dienen, streiten Hündinnen sich um das Privileg, sich fortzupflanzen und Welpen gebären zu dürfen. Wenn es bei Hündinnen jedoch zu einer solchen, sexuell motivierten Auseinandersetzung kommt, dann ist das meist aggressiv bis gefährlich. Andere Streitereien um Spielsachen u.a. geschehen unabhängig vom Geschlecht und können, je nach Situation und Hund, sowohl milde als auch ernst ausfallen.

Kastration

Wer seine Hündin nicht trächtig werden lassen will, der kann sie beim Tierarzt kastrieren lassen. Dabei werden die Eierstöcke entfernt und sie wird nicht mehr läufig. Nach dem Eingriff wird die Hündin auch nicht mehr scheinschwanger, was für einige Hundehalter ebenfalls eine große Motivation ist und zusätzlich gesundheitliche Risiken reduziert. Das  Verhalten nach der Kastration ist befreit von den hormonellen Einflüssen und damit auch ausgewogener innerhalb der Familie und anderen Hunden gegenüber.

Die Kastration der testosterongetriebenen triebhaften Rüden wird von Hundehaltern durchgeführt, um ihn von seinem ständigen Trieb zu befreien und ruhiger zu stellen. Die Operation stellt zwar einen Eingriff in den Hormonhaushalt dar, ist aber bei manchen Tieren sinnvoll, um sie nicht zu permanent zu frustrieren. Wenn Rüden über Monate nicht zum Deckakt kommen, baut sich immer mehr Frust auf, der sich dann auch in der Begegnung mit anderen Hunden und Menschen entladen kann. Ein kastrierter Rüde ist deutlich ausgeglichener nach dem Eingriff.

Fazit

Bei der Auswahl des neuen Familienmitglieds muss man sich ganz bewusst sein, wofür man den Hund gerne in die Familie aufnehmen möchte. Grundsätzlich ist eine Kastration des Hundes durchaus sinnvoll, wenn Kinder in der Familie vorhanden sind. Ansonsten ist eine Hündin für das kuschelige Familienleben in der Regel immer etwas besser geeignet als ein Rüde.

Für Einzelpersonen und Paare bestimmt das Temperament und der Zweck das Geschlecht des Hundes. Wer vor allem viel Machtkämpfe und Grenzen ausloten will, nimmt einen Rüden, ansonsten besser eine Hündin.

Unabhängig vom Geschlecht hat natürlich die Rasse den größten Einfluß bei der Anschaffung. Ein Hirtenhund oder Wachhund ist gut im Bewachen des Reviers. Ein Jagdhund ein toller, aktiver Begleiter. Zusätzlich ist es wichtig zu wissen wie die Mutterhündin gehalten wurde. Viel Stress, wie z.B.  bei der Massenhaltung von Hunden in kleinen Räumen, kann Einfluß auf das Temperament der Welpen haben. Vor allem während der Schwangerschaft und der Welpenphase kann der Stress die Entwicklung der Welpen beeinflussen.

Wer sich nicht sicher ist, sollte sich Rat von unabhängigen Beratern wie z.B. Hundetrainern holen.

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Kommentare

Mittwoch, 1 Mai, 2019 - 22:00
Jileen-29

Hallo,

lange Haare bei Hunden sind in jedem Fall aufwendiger als Hunde mit einem Kurzhaarfell. Das absolute beste Beispiel meiner Meinung nach ist Gassi gehen während schlechtem Wetter. Jeder Hundebesitzer weiss wie intensiv Hunde mit einem nassen Fell riechen können. Hunde mit kurzem Fell schütteln sich ein bis zwei Mal und haben nur noch ein leicht feuchtes Fell, welches innerhalb von einigen Minuten trocknet. Hunde mit langem Fell brauchen ohne intensives Trocknen Stunden bis sie wieder richtig trocken sind. Das kann in einem regnerischen Herst dann schon Mal anstrengend sein.

LG Jileen

Anzahl an Kommentaren: 4
Montag, 5 Juni, 2017 - 17:21
Svenja_18

Bis vor ca. 30 Jahren sind Rassen wie Dobermann, Doggen oder Boxer aufgrund falscher Vorgaben für Rassen unter unhygienischen Zuständen von Züchtern und anderen an den Ohren beschnitten worden. Dabei hat man den Welpen mit einer Vorlage oder Schablone bereits im Welpenalter die Ohren einfach mit einem Skalpell, Scheren u.a. die Ohren auf das vorgegebene Mass gekürzt. Da dies meist auch ohne ärztliche Unterstützung durchgeführt wurde, war das für Hunde extrem schmerzhaft und auch gefährlich für Entzündungen. Ein grausames Verfahren für ein falsches Schönheitsideal an Tieren, dass zum Glück der Tierschutz für Deutschland Mitte der 80er Jahre gestoppt hat.

LG Svenja

Anzahl an Kommentaren: 4
Mittwoch, 6 September, 2017 - 22:16
Christina_36

Hallo zusammen,

wir haben unsere Hündinnen bisher auch nie kastrieren lassen. Auch in einer Familie mit 2 Kindern geht das völlig ohne Probleme. Das Risiko der Krebserkankungen von nicht kastrierten Hündinnen gegenüber kastrierten Hündinnen ist laut unserer Erfahrungen und der unserer Hundeschule nicht größer. Wir haben uns dazu vorher selbst informiert und sind nicht blind den Meinungen der Tierärzte gefolgt, die solche OPs schnell mal unter gewissen Umständen empfehlen. Das Risiko, das Hündinnen ohne Kastration an Krebs erkranken liegt bei ca. 2 %. Hündinnen mit einer Kastration vor der ersten Läufigkeit liegen unter einem Prozent.

Grüße Christina

Anzahl an Kommentaren: 9
Donnerstag, 24 März, 2016 - 16:14
Hawer-33

Hi Zue,

wir haben unsere Hündin kastrieren lassen. D.h. die Eierstöcker wurden komplett entfernt. Ich kenn jetzt leider keine "unbehandelten" Hündinnen als Halter, deshalb is es ein bisschen schwer das im Vergleich zu beurteilen. Unsere Schäfer-Hündin ist auf jeden Fall ziemlich umgänglich sowohl mit anderen Hunden als auch mit anderen Menschen.

Eigentlich ist sie schon fast ein wenig zu vertrauensseelig und kuschelt fast mit jedem, der uns zu Hause besucht. Und da kenn ich aber ganz gaaaaaanz andere Schäferhunde. Vielleicht ist es auch so, dass bei uns irgendeine liebe Rasse mit reingezüchtet wurde und wir nichts davon wissen :)

Ich würde auf jeden Fall wieder kastrieren lassen, da ich das Gefühl habe, dass unsere sehr viel umgänglicher als andere Schäfer ist. Nur ganz selten reagiert sie ohne ersichtlichen Grund ziemlich aggressiv auf andere Hündinnen. Teilweise auch schon wenn Sie die gar sieht, sondern nur wittert.

ich hoffe das hilft Dir. Viel Spaß!
Hawer

Anzahl an Kommentaren: 9
Sonntag, 17 Februar, 2019 - 15:49
Enes_51

Hi Anne,

Lange Haaren und Allergien im Allgemeinen haben keinen Zusammenhang. Es gibt Hunde, die haaren kaum und es gibt Hunde mit kurzem Fell, die extrem viel Haare verlieren. Allerdings gibt es Hunde, dir für Allergiker geeignet sind. Diese Hunderassen haben langes und kurzes Fell. Die Länge des Harrkleids macht da keinen Unterschied. 
Bekannte Rassen dafür sind Schnauzer, Terrier, Nackhunde und Wasserhunde. Das sind in der Regel eher kleinere Hunderassen, aber es gibt auch Kreuzungen, mit den guten Eigenschaften der Allergiker Rassen. DIe Kreuzungen findest Du aber eher selten in Tierrheimen ...

GLG Enes

Anzahl an Kommentaren: 4

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