Aktuelle Themen

© limshae - fotolia.com
© Nikolai Tsvetkov - fotolia.com

Hundeerziehung

© javier brosch - fotolia.com

Bewertung abgeben: 

4.714285
Average: 4.7 (7 votes)

You Tube Video: 

Hundeerziehung braucht Zeit, Geduld und ein gewissen Maß an Wissen zu den Grundlagen im Zusammenleben zwischen Hund und Mensch. Je früher man beginnt, desto schneller und besser lernt der Hund. Das heisst aber nicht, dass nur welpen und junge Hunde viele Kommandos und bestimmte Verhaltensweisen lernen können. Vielmehr ist das Training in Kombination mit den rassenspezifischen Eigenschaften des Hundes entscheidend. Ausnahmen sind Hunde mit traumatischen Erlebnissen, die einer speziellen Behandlung bedürfen.

Grundregeln der Hundeerziehung

Befehle rechtzeitig geben

Wenn der Hund noch nicht richtig auf Kommando hört sollte man die Übungen dem Level anpassen und anfangs immer Befehle dann geben, wenn der Hund nicht abgelenkt oder unaufmerksam ist.

Direkt nach neu erlenten Kommandos loben

Klappt das neue Kommando oder verhält sich der Hund so wie man das ihm antrainiert hat, dann sollte man innerhalb weniger Sekunden danach den Hund direkt loben. Hunde verlieren sonst schnell den Zusammenhang mit der Belohnung.

Sparsam Kommandos geben

Der Hund liegt, Sie gehen zurück und sagen dabei ständig "bleib!". Sobald Sie eine Pause bei den Kommandos machen löst der Hund das Kommando selbst auf und kommt zu Ihnen. Mit permanenten Kommandos lernt der Hund nur, dass er nur so lange hört, wie sein Herrchen permanent Befehle gibt.  Wenn er das das Kommando kennt, sollte man den Befehl nur 1 Mal geben.

Mimik, Körpersprache und Ton

Das Zusammenspiel von Gesichtsausdruck, Tonlage und Körpersprache wird vom Hund sehr genau wahrgenommen. Entsprechend feinfühlig reagiert der Hund auf Kommandos die nicht zusammenpassen. Wer Selbstbewusst auftritt und unsicher spricht wird vom Hund schnell nicht mehr ernst genommen.

Konsequent sein

Belohnungen sollten beim Erlernen neuer Verhaltensregeln immer konsequent gegeben werden. Sobald allerdings das Kommando klappt sollte man die Belohnungen nur noch sporadisch geben und die Belohnung an sich auf ein Streicheln oder ein gesprochenes Lob reduzieren. Gelegentliche Leckerlis kann man auch weiterhin geben.

Ortsunabhängig handeln

Sie sollten den Hund überall gleich behandeln. Zu Hause wird der Hund genauso belohnt wie in der Hundeschule oder dem Hundetreff. So entwickeln sich keine Irritationen, die sich schlecht auf die Erzeihung auswirken.

Amazon

Profi Clicker, Clickertraining für Hunde Versenkter, großer Auslöseknopf gegen versehentliches Clicken Zuverlässiger, für den Hund angenehmer Click-Ton Robuste & hochwertige Verarbeitung, stoß- und wetterfest Ideal für Clickertraining, Ausbildung und Erziehung mit Hunden

 

Hunde Kommandos

  • Sitz: der Hund soll sich „hinsetzen“
  • Down oder Halt, auch Platz: Beim Platz soll der Hund sich legen und bleiben; das Down bzw. Halt bezeichnet das in der Jagdhundeausbildung gebräuchliche „Bannen“ des Hundes auf ein akustisches Signal (Trillerpfeife) hin.
  • Dabei soll der z. B. Wild hetzende Hund sich bei Wahrnehmung des Signals gerade, mit dem Kopf zwischen den Vorderpfoten niederwerfen. Der Down-Befehl ist in der Jagdgebrauchshundeausbildung der wichtigste Befehl für die Unterordnung des Hundes.
  • Bleib: Am jetzigen Ort verweilen
  • Steh: Dieses Kommando wird verwendet, um den Hund aus weiter Entfernung zum Stehen zu bringen. Auch wird es genutzt um den Hund aus dem Sitz,Platz oder der Freifolge heraus stehen zu lassen.
  • Such verwund’ oder Such verwund’ mein Hund: Dieses Kommando dient bei Jagdgebrauchshunden, diese eine Schweißfährte (Blutspur) ausarbeiten zu lassen.
  • Such voran: Der Jagdgebrauchshund wird zur Freiverlorensuche aufgefordert.
  • Auf: Auf wird im Sinne von „Los, gehen wir“ gebraucht. Wenn der Hund beispielsweise im Sitz ist und der Hundeführer möchte losgehen, sagt der Hundeführer „Auf!“ Zum Aufheben aller vorigen Kommandos ist Auf sinnvoll. Die Ausnahme ist das so genannte Ablegen, hier darf der Hund keinesfalls abgerufen werden sondern ist vom Hundeführer abzuholen, z. B. durch das Berühren des Kopfes mit der Hand.
  • Voraus: Der Hund soll sich vom Hundeführer weg nach vorne bewegen z. B. auf ein bestimmtes Ziel zu.
  • Fuß: verwendet man, um den Hund auch ohne Leine neben sich an der linken Seite zu führen.
  • Apport: etwas apportieren, holen
  • Aus: das, was der Hund im Maul hat, freigeben
  • Hier: zum Rufer herkommen, eventuell mit Vorsitz

 

Welpen Training

Desensibilisierung

Bis zur 16 . Lebenswoche lernt der Welpe am schnellsten und ist am empfänglichsten für neue Erfahrungen. Je mehr er in diesem Alter kennen lernt, Kinder, andere Hunde, Jogger, Radfahrer, Kinderwagen, Staubsauger, Fön, Rasenmäher, Autos, Pferde, Traktoren, usw. desto schneller gewöhnt er sich an diese Geräusche und Geschehnisse und nimmt sie für selbstverständlich. Die Gewöhnung an Umweltreize sind für einen Welpen die wichtigste Grundlge für sein gesamtes späteres Leben.

Damit der Welpe später mal keine Probleme hat, sich von dem Tierarzt überall anfassen zu lassen, sollte man seinen Hund täglich überall streicheln: an den Ohren, Pfoten, Schwanz und auch das Maul auf und zu machen und die Zähne untersuchen. Bleibt nach einigen Wiederholungen der Welpe ruhig und ohne Scheu, kann man seine Freunde bitten, ihn überall zu streicheln. So gewöhnt sich der Welpe daran, sich auch von anderen Personen berühren und untersuchen zu lassen.

Spielerisches Lernen

Grundsätzlich gilt für die Welpenerziehung, dass alles spielerisch und ausschließlich mit positiver Verstärkung dem Welpen gezeigt und gelernt werden soll. Liebe, Sanftheit und Geduld stehen stets an erster Stelle. 
Beobachtet man das natürliche Verhalten der Hunde und sieht dabei Verhaltensweisen die man sich wünscht, dann sollte man diese sofort mit einem Leckerli, seinem Lieblingsspielzeug oder einem Lob (verbal oder auch durch streicheln) belohnen. Das kann z.B. sein, dass der Welpe „Sitz“, oder „Platz“ macht, oder sich brav auf seinen Schlafkissen legt.  Es ist der einfachste und natürlichste Weg dem Welpen gewünschte Verhaltensweisen beizubringen. So findet er auch Freude am Lernen und bleibt mit Neugier dabei.

Welpenschule

In einer Welpenspielgruppe erhalten die Welpen jede Chance ihren frühkindlichen Entwicklungsmöglichkeiten nachzugehen. Sie treffen auf gleichaltrige Artgenossen, die ihre Wurfgeschwister ersetzen und können mit diesen spielen, toben und sich messen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Welpen viel Umgang mit anderen Hunden haben. Mit allen Arten von Hunden, allen Rassen, allesn Größen und Typen. Das ist die beste Ausbildung, die man einem Hund mitgeben kann. Es ist eine Lehre, die dem Besitzer wie dem Hund selbst viele Probleme ersparen wird.

Im Vordergrund steht jedoch, dass die Hunde und die Besitzer zusammen Spaß haben. Denn herrscht rundum eine positive Atmosphäre, ist das die beste Voraussetzung für einen bleibenden Lernerfolg.
Damit er auch weiterhin Freude am Lernen hat, sollten wir aufpassen, den Welpen nicht zu überfordern. Kurze Trainingseinheiten, ca. 10 min reichen für einen wenige Monate alten Hund. Dann sollte eine längere Pause entweder zum Spielen oder auch zum Schlafen erfolgen und danach kann wieder eine kurze Trainingseinheit eingelegt werden. Gute Welpenschulen achten sowieso darauf.

Mit leerem Magen trainiert sich leichter, das ist der wichtigste Tipp bevor man Zuhause mit seinem Welpen üben möchte oder in die Hundeschule geht. Zum Einen wäre der Welpe mit vollem Magen lustlos und träge und obendrein kann es gesundheitlich Schäden hervorrufen. Eine Magendrehung kann sogar tödlich enden (siehe dazu unter Menüpunkt „Gesunder Hund“). Und zum Anderen können wir einen hungrigen Hund leichter mit einem Leckerli locken, um ihn für bestimmte Übungen zu motivieren.

Zu Beginn einer jeden Trainingseinheit sollte unser Welpe ein wenig toben und spielen dürfen. Dann hat man seine ganze Aufmerksamkeit und kann mit den Übungen starten. Kurze Lektionen und Übungen zum Lernen einfacher Kommandos. Auf jeden Fall sollte der Welpe beobachtet werden, um auch seine Tagesform richtig abzuschätzen. Nicht jeder ist jeden Tag gleich gut drauf. Wie wir Menschen ja auch. Gelingt eine Übung nicht perfekt, dann nicht unendlich weiter probieren, sondern zu einer anderen Übung wechseln. Der Welpe braucht unbedingt ein Erfolgserlebnis, sonst ist er demotiviert und niedergeschlagen. Auch sollte die Übungseinheit immer mit einer einfachen Übung, deren erfolgreicher Abschluss sicher ist, beendet werden. Ganz zum Schluss sollte der Welpe noch einmal spielen und rumtollen dürfen. Im Normalfall gehen alle Welpenschulen nach diesem Konzept vor.

Unerwünschtes Welpenverhalten

Zum unerwünschten Welpenverhalten gehört auf keinen Fall, wenn sich der junge Hund in der Wohnung oder im Haus erleichtert. Das darf niemals bestraft werden. Zu starkes Beißen oder das Anknabbern von Möbeln, Schuhen oder anderen Gegenständen dagegen, sollte unterbunden werden. Ein kleiner Tipp, falls sich der Welpe in der Wohnung erleichtert, dann hilft das Fleckfrei von Schecker. Denn das Mittel ist auf Haustierflecken spezialisiert und hinterlässt weder Geruch noch Ränder an der Stelle zurück. 

Google Anzeige

Alles für den Hund von Amazon

Kommentare

Sonntag, 12 Januar, 2020 - 21:34
Jesper-24

Hallo,

mein Vater ist ausgebildeter Musher und kennt sich mit schwierigen Hunderassen gut aus. Er meint das Herrufen von Hunden ist nocht nur eine reine Erziehungssache. Es gibt Hunderassen, die haben einen so tief verwurzelten Jagdtrieb, dass diese sehr viel schwerer das Kommando "Bei Fuss" oder ähnliche Kommandos erlernen. Die Hunderassen von ihm brauchen so viel Auslastung, dass sie ohne viel Zeit draussen mit Bewegung total unruhig werden und Kommandos überhaupt nicht mehr hören. Wenn sie sich dann noch in einer Umgebung mit viel Ablenkung wie anderen Hunden oder potentiellen Beutetieren  bewegen hat er trotz täglichem Training und Respekt der Hunde keine Chance die Hunde noch herzurufen. Er kann die Hunde immer nur mit Schleppleine laufen lassen.

VG Jesper

Anzahl an Kommentaren: 7
Dienstag, 2 Mai, 2017 - 17:52
Fieston-22

Wir hatten mit dem Training wenig Probleme. Anfangs haben wir immer mit Belohnungen bestärkt, danach teilweise und am Ende per Zufall.

Immer belohnen:
Für jedes korrekte Verhalten gibt es einen Click und die Belohnung. Die permanente Belohnung wird von Dir so lange durchgeführt, bis das Verhalten die erwünschte Qualität hat.

Teilweise belohnen:
Nur jedes 2. richtige Verhalten wird belohnt, einmal gibt es Click und Belohnung, das andere Mal gibt es nichts. Damit wird das Verhalten gefestigt, der Hund zeigt es zuverlässiger und meistens auch schneller. Nun wird das auslösende Signal (Befehl, Kommando) eingeführt. Es kann passieren, daß Dein Hund bei zu schnellem Übergang auf variable Belohnung plötzlich keine Lust mehr hat, oder plötzlich scheinbar alles vergessen hat. Dann gehst Du einfach wieder einen Schritt zurück, und bestärkst etwas öfter.

Per Zufall belohnen:
Im Alltag gibt es nur noch ab und zu eine Belohnung. Das verhindert, daß das neu erlernte Verhalten vergessen wird. Nun kannst Du auch mit einem Lob bestärken, das genügt dem erfahrenen Hund, gib aber auch jetzt noch gelegentlich mal eine Belohnung. Das erhält die Motivation Deines Hundes.
Du kannst jetzt davon ausgehen, daß Dein Hund ein Verhalten gut gelernt hat, gelegentlich kann es passieren, das es wieder “schlechter” wird, der Grund ist meistens mangelnde Anwendung im Alltag. Das ist normalerweise kein Problem, es genügen wenige Male der Bestärkung und Dein Hund zeigt es wieder wie gewohnt.

Viele Grüße Fieston

 

Anzahl an Kommentaren: 10
Dienstag, 17 Januar, 2017 - 22:12
Ella-1980

Grüß Gott,

wir haben unseren Weimaraner das Verhalten nach 4 Treffen in der Hundeschule abtrainiert. Unglaublich wie gut das zusammen mit anderen Hunden funktioniert hat. Wir sind da durch Zufall an die Hundegruppe gekommen und mussten nur wenig mit unserem üben. Er kann schon viele Kommandos und führt die auch schnell und begeistert durch. Lediglich das Anspringen war noch eine schwierige Geschichte, die wir einfach nicht selbst hingekriegt haben.

In der Schule haben wir auch nichts anderes trainiert, als das was wir zu Hause innerhalb der Familie geübt haben. Die Gruppendynamik wirkt also auch bei Hunden. Ich kann es nur empfehlen! Belohnung beim ruhigen Verhalten und Ignorieren bei falschen Verhalten und das in einer Gruppe mit 5 Hunden :) War super!

Grüße und ein tolles Wochenende

Anzahl an Kommentaren: 11
Dienstag, 17 Januar, 2017 - 22:10
Femke-Krüger41

Hi zusammen,

das üben mit Bekannten könnte Dir sehr helfen. Als es uns mit unserem Beagle auch zu viel wurde, haben wir unsere befreundete Hundetrainerin gefragt und die meinte, dass wir mit Freunden und Bekannten trainieren sollten. So lernt er am Besten sich entsprechend zu verhalten. Das war zwar deutlich schwieriger, als wenn man alleine mit ihm übt, aber es loht sich!

Am besten immer belohnen, wenn er ruhig bliebt und wenn er springt ignorieren :)

Userer war nach 2 Wochen durchgezogenen Training nicht mehr wieder zu erkennen. Er hat sich sowohl an der Tür, als auch beim Besuch gut verhalten und alle einfach ohne Anspringen nach uns begrüst.

Anzahl an Kommentaren: 11
Mittwoch, 13 November, 2019 - 22:03
Joyce_1984

Hi,

uns hat es geholfen, die Fütterungszeiten für das Training zu ändern. Wir haben während der Sommerferien die Fütterung in der Früh ausgesetzt und sind einfach  mit der Portion  Futter rüber in den Park zum Training. Das haben wir dann konsequent die ganzen Ferien durchgezogen. Unser Hund war deutlich stärker auf mich fokusiert, da er Hunger hatte und hat die Kommandos schon von Beginn an ziemlich gut befolgt.

Dass Training kann man so ja nicht ewig durchführen und  bei jungen Hunden sollten man keine Wunder erwarten. Im Prinzip verhalten sich junge Hunde wie kleine Kinder oder Jugendliche. So regagiert ein Kind beim Spielen auch nach mehreren Aufrufen nicht, weil ein Spielzeug in diesem Moment viel interessanter als die Eltern.

Wenn man nun mit einer Schleppleine trainiert kann man ein ignoriertes Rückrufkommando einfach mit einer kürzeren Leine bestrafen. Für das Training braucht man allerdings ein Geduld :)

LG Joyce

Anzahl an Kommentaren: 7

Tierheime

Hundefutter - Was Sie schon immer wissen wollten

Amazon Tipps