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Hundeerziehung

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Hundeerziehung braucht Zeit, Geduld und ein gewissen Maß an Wissen zu den Grundlagen im Zusammenleben zwischen Hund und Mensch. Je früher man beginnt, desto schneller und besser lernt der Hund. Das heisst aber nicht, dass nur welpen und junge Hunde viele Kommandos und bestimmte Verhaltensweisen lernen können. Vielmehr ist das Training in Kombination mit den rassenspezifischen Eigenschaften des Hundes entscheidend. Ausnahmen sind Hunde mit traumatischen Erlebnissen, die einer speziellen Behandlung bedürfen.

Grundregeln der Hundeerziehung

Befehle rechtzeitig geben

Wenn der Hund noch nicht richtig auf Kommando hört sollte man die Übungen dem Level anpassen und anfangs immer Befehle dann geben, wenn der Hund nicht abgelenkt oder unaufmerksam ist.

Direkt nach neu erlenten Kommandos loben

Klappt das neue Kommando oder verhält sich der Hund so wie man das ihm antrainiert hat, dann sollte man innerhalb weniger Sekunden danach den Hund direkt loben. Hunde verlieren sonst schnell den Zusammenhang mit der Belohnung.

Sparsam Kommandos geben

Der Hund liegt, Sie gehen zurück und sagen dabei ständig "bleib!". Sobald Sie eine Pause bei den Kommandos machen löst der Hund das Kommando selbst auf und kommt zu Ihnen. Mit permanenten Kommandos lernt der Hund nur, dass er nur so lange hört, wie sein Herrchen permanent Befehle gibt.  Wenn er das das Kommando kennt, sollte man den Befehl nur 1 Mal geben.

Mimik, Körpersprache und Ton

Das Zusammenspiel von Gesichtsausdruck, Tonlage und Körpersprache wird vom Hund sehr genau wahrgenommen. Entsprechend feinfühlig reagiert der Hund auf Kommandos die nicht zusammenpassen. Wer Selbstbewusst auftritt und unsicher spricht wird vom Hund schnell nicht mehr ernst genommen.

Konsequent sein

Belohnungen sollten beim Erlernen neuer Verhaltensregeln immer konsequent gegeben werden. Sobald allerdings das Kommando klappt sollte man die Belohnungen nur noch sporadisch geben und die Belohnung an sich auf ein Streicheln oder ein gesprochenes Lob reduzieren. Gelegentliche Leckerlis kann man auch weiterhin geben.

Ortsunabhängig handeln

Sie sollten den Hund überall gleich behandeln. Zu Hause wird der Hund genauso belohnt wie in der Hundeschule oder dem Hundetreff. So entwickeln sich keine Irritationen, die sich schlecht auf die Erzeihung auswirken.

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Hunde Kommandos

  • Sitz: der Hund soll sich „hinsetzen“
  • Down oder Halt, auch Platz: Beim Platz soll der Hund sich legen und bleiben; das Down bzw. Halt bezeichnet das in der Jagdhundeausbildung gebräuchliche „Bannen“ des Hundes auf ein akustisches Signal (Trillerpfeife) hin.
  • Dabei soll der z. B. Wild hetzende Hund sich bei Wahrnehmung des Signals gerade, mit dem Kopf zwischen den Vorderpfoten niederwerfen. Der Down-Befehl ist in der Jagdgebrauchshundeausbildung der wichtigste Befehl für die Unterordnung des Hundes.
  • Bleib: Am jetzigen Ort verweilen
  • Steh: Dieses Kommando wird verwendet, um den Hund aus weiter Entfernung zum Stehen zu bringen. Auch wird es genutzt um den Hund aus dem Sitz,Platz oder der Freifolge heraus stehen zu lassen.
  • Such verwund’ oder Such verwund’ mein Hund: Dieses Kommando dient bei Jagdgebrauchshunden, diese eine Schweißfährte (Blutspur) ausarbeiten zu lassen.
  • Such voran: Der Jagdgebrauchshund wird zur Freiverlorensuche aufgefordert.
  • Auf: Auf wird im Sinne von „Los, gehen wir“ gebraucht. Wenn der Hund beispielsweise im Sitz ist und der Hundeführer möchte losgehen, sagt der Hundeführer „Auf!“ Zum Aufheben aller vorigen Kommandos ist Auf sinnvoll. Die Ausnahme ist das so genannte Ablegen, hier darf der Hund keinesfalls abgerufen werden sondern ist vom Hundeführer abzuholen, z. B. durch das Berühren des Kopfes mit der Hand.
  • Voraus: Der Hund soll sich vom Hundeführer weg nach vorne bewegen z. B. auf ein bestimmtes Ziel zu.
  • Fuß: verwendet man, um den Hund auch ohne Leine neben sich an der linken Seite zu führen.
  • Apport: etwas apportieren, holen
  • Aus: das, was der Hund im Maul hat, freigeben
  • Hier: zum Rufer herkommen, eventuell mit Vorsitz

 

Welpen Training

Desensibilisierung

Bis zur 16 . Lebenswoche lernt der Welpe am schnellsten und ist am empfänglichsten für neue Erfahrungen. Je mehr er in diesem Alter kennen lernt, Kinder, andere Hunde, Jogger, Radfahrer, Kinderwagen, Staubsauger, Fön, Rasenmäher, Autos, Pferde, Traktoren, usw. desto schneller gewöhnt er sich an diese Geräusche und Geschehnisse und nimmt sie für selbstverständlich. Die Gewöhnung an Umweltreize sind für einen Welpen die wichtigste Grundlge für sein gesamtes späteres Leben.

Damit der Welpe später mal keine Probleme hat, sich von dem Tierarzt überall anfassen zu lassen, sollte man seinen Hund täglich überall streicheln: an den Ohren, Pfoten, Schwanz und auch das Maul auf und zu machen und die Zähne untersuchen. Bleibt nach einigen Wiederholungen der Welpe ruhig und ohne Scheu, kann man seine Freunde bitten, ihn überall zu streicheln. So gewöhnt sich der Welpe daran, sich auch von anderen Personen berühren und untersuchen zu lassen.

Spielerisches Lernen

Grundsätzlich gilt für die Welpenerziehung, dass alles spielerisch und ausschließlich mit positiver Verstärkung dem Welpen gezeigt und gelernt werden soll. Liebe, Sanftheit und Geduld stehen stets an erster Stelle. 
Beobachtet man das natürliche Verhalten der Hunde und sieht dabei Verhaltensweisen die man sich wünscht, dann sollte man diese sofort mit einem Leckerli, seinem Lieblingsspielzeug oder einem Lob (verbal oder auch durch streicheln) belohnen. Das kann z.B. sein, dass der Welpe „Sitz“, oder „Platz“ macht, oder sich brav auf seinen Schlafkissen legt.  Es ist der einfachste und natürlichste Weg dem Welpen gewünschte Verhaltensweisen beizubringen. So findet er auch Freude am Lernen und bleibt mit Neugier dabei.

Welpenschule

In einer Welpenspielgruppe erhalten die Welpen jede Chance ihren frühkindlichen Entwicklungsmöglichkeiten nachzugehen. Sie treffen auf gleichaltrige Artgenossen, die ihre Wurfgeschwister ersetzen und können mit diesen spielen, toben und sich messen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Welpen viel Umgang mit anderen Hunden haben. Mit allen Arten von Hunden, allen Rassen, allesn Größen und Typen. Das ist die beste Ausbildung, die man einem Hund mitgeben kann. Es ist eine Lehre, die dem Besitzer wie dem Hund selbst viele Probleme ersparen wird.

Im Vordergrund steht jedoch, dass die Hunde und die Besitzer zusammen Spaß haben. Denn herrscht rundum eine positive Atmosphäre, ist das die beste Voraussetzung für einen bleibenden Lernerfolg.
Damit er auch weiterhin Freude am Lernen hat, sollten wir aufpassen, den Welpen nicht zu überfordern. Kurze Trainingseinheiten, ca. 10 min reichen für einen wenige Monate alten Hund. Dann sollte eine längere Pause entweder zum Spielen oder auch zum Schlafen erfolgen und danach kann wieder eine kurze Trainingseinheit eingelegt werden. Gute Welpenschulen achten sowieso darauf.

Mit leerem Magen trainiert sich leichter, das ist der wichtigste Tipp bevor man Zuhause mit seinem Welpen üben möchte oder in die Hundeschule geht. Zum Einen wäre der Welpe mit vollem Magen lustlos und träge und obendrein kann es gesundheitlich Schäden hervorrufen. Eine Magendrehung kann sogar tödlich enden (siehe dazu unter Menüpunkt „Gesunder Hund“). Und zum Anderen können wir einen hungrigen Hund leichter mit einem Leckerli locken, um ihn für bestimmte Übungen zu motivieren.

Zu Beginn einer jeden Trainingseinheit sollte unser Welpe ein wenig toben und spielen dürfen. Dann hat man seine ganze Aufmerksamkeit und kann mit den Übungen starten. Kurze Lektionen und Übungen zum Lernen einfacher Kommandos. Auf jeden Fall sollte der Welpe beobachtet werden, um auch seine Tagesform richtig abzuschätzen. Nicht jeder ist jeden Tag gleich gut drauf. Wie wir Menschen ja auch. Gelingt eine Übung nicht perfekt, dann nicht unendlich weiter probieren, sondern zu einer anderen Übung wechseln. Der Welpe braucht unbedingt ein Erfolgserlebnis, sonst ist er demotiviert und niedergeschlagen. Auch sollte die Übungseinheit immer mit einer einfachen Übung, deren erfolgreicher Abschluss sicher ist, beendet werden. Ganz zum Schluss sollte der Welpe noch einmal spielen und rumtollen dürfen. Im Normalfall gehen alle Welpenschulen nach diesem Konzept vor.

Unerwünschtes Welpenverhalten

Zum unerwünschten Welpenverhalten gehört auf keinen Fall, wenn sich der junge Hund in der Wohnung oder im Haus erleichtert. Das darf niemals bestraft werden. Zu starkes Beißen oder das Anknabbern von Möbeln, Schuhen oder anderen Gegenständen dagegen, sollte unterbunden werden. Ein kleiner Tipp, falls sich der Welpe in der Wohnung erleichtert, dann hilft das Fleckfrei von Schecker. Denn das Mittel ist auf Haustierflecken spezialisiert und hinterlässt weder Geruch noch Ränder an der Stelle zurück. 

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Kommentare

Dienstag, 17 Januar, 2017 - 22:12
Ella-1980

Grüß Gott,

wir haben unseren Weimaraner das Verhalten nach 4 Treffen in der Hundeschule abtrainiert. Unglaublich wie gut das zusammen mit anderen Hunden funktioniert hat. Wir sind da durch Zufall an die Hundegruppe gekommen und mussten nur wenig mit unserem üben. Er kann schon viele Kommandos und führt die auch schnell und begeistert durch. Lediglich das Anspringen war noch eine schwierige Geschichte, die wir einfach nicht selbst hingekriegt haben.

In der Schule haben wir auch nichts anderes trainiert, als das was wir zu Hause innerhalb der Familie geübt haben. Die Gruppendynamik wirkt also auch bei Hunden. Ich kann es nur empfehlen! Belohnung beim ruhigen Verhalten und Ignorieren bei falschen Verhalten und das in einer Gruppe mit 5 Hunden :) War super!

Grüße und ein tolles Wochenende

Anzahl an Kommentaren: 11
Freitag, 31 Januar, 2020 - 22:46
AlinaWalter29

Hallo,

Schleppleinen sollten eigentlich nur mit entsprechendem Training eingesetzt werden. Die Leinen gibt es meist in 5m, 10m und 15m Länge. Wenn man längere Leinen verwendet , dann bleiben die Hunde am Anfang des Trainings öfters an Büschen oder Bäumen hängen. In so einem Fall muss man den Hunden anfangs helfen und mit der Zeit lernt der Hund sich wieder selbst zu befreien. Ohne einem vorbereitenden Training hat man sonst das Problem, dass z.B. ein junger Hund seinen Jagdinstinkt entwickelt und das weitere Training dann deutlich schwieriger wird, wenn man ihn vorher nicht an die Leine gewöhnt hat. Ich würde auch dazu raten am Anfang vielleicht gebraucht bzw. billige Leinen zu nutzen. Es hilft, wenn man mit kurzen Leinen anfängt und die Länge der Leine dann dem Verhalten des Hund anpasst :)

GLG Alina

Anzahl an Kommentaren: 4
Mittwoch, 26 Juli, 2017 - 22:29
Vylia36

Hi,

das Klicker-Training ist keine soziale Kommunikation mit Eurem Hund. Geschulte Trainer verwenden die Klicker als Verstärker zur Bestätigung von dem Verhalten, dass sie dem Hund antrainieren wollen. Manche setzen den Klicker sogar zur Kennzeichnung von falschem Verhalten ein. Unsere Hunde sind liebenswerte, soziale Tiere und sind über alle Generationen gewohnt im Rudel zu leben und zu entsprechend zu handeln.

So ein Klicker reduziert die Kommunkation auf ein Minimum und spart Zeit. Das mag zwar für den Menschen sehr praktisch sein, reduziert den Hund aber auf funktionierendes Objekt. Ich finde, wenn man schon den Klicker einsetzen möchte, dann sollte man sich auch die Zeit nehmen, den Hund persönlich für sein Verhalten zu bestätigen und ihn zum Beispiel nett zureden, Streicheln oder mit ihm Spielen.

Euer Hund wird es Euch danken und viel besser hören ...

GLG Vylia

Anzahl an Kommentaren: 10
Samstag, 11 März, 2017 - 23:30
Georg-16

Moin moin

Klicker sind die besten Hundetrainer :) Keine andere Trainingshilfe hat so gut geholfen unserer Kleinen viele Kunststück beizubringen. Was vorher 50 Wiederholungen über Tage gebraucht hat bis sie ein Kunststück mit ner Menge Leckerlis gelernt hat, dauert jetzt nur noch halb so lang. Ausserdem braucht man nicht so viele Leckerlis, was ja auch nicht schlecht ist:)

Grüße Georg

Anzahl an Kommentaren: 10
Sonntag, 22 Dezember, 2019 - 13:16
Tiago34

Hi zusammen,

bei einem 5 Jahren alten Hund ist das ungewöhnlich. Normalerweise gibt es die Probleme nach meiner Erfahrung im Welpenalte und vor allem in der Pupertät. Das Feedback von 2 Hundetrainern, die wir damals konsultiert haben, war auch sehr unterschiedlich. Das ging von der Hund braucht Alternativen bis da kann man bei der Rasse nichts machen. Vielleicht war die Trainerin zu der Zeit auch viel beschäftigt und gernervt.

Wir haben das Verhalten in der Pupertät verbessert, in dem wir unseren Hund verteilt über den Tag ausgelastet haben und er dauernd mehere Sachen zum Knabbern wegen dem Zahnen hatte. Das hilft schon mal die Situation zu verbessern, aber trotzdem musst du einfach alles wegpacken, was er an Möbeln anknabbern kann. Wenn es ganz schlimm ist und ihr beide arbeiten müsst, dann hilft bei kleineren Hunden auch ein Laufgitter für Kinder um die Möbel.

Am besten ist es natürlich, wenn ihr Euren Hund kaum  in der Zeit der Pubertät allein lasst. Das halbe Jahr kann vielleicht auch öfters mal Oma und Opa vorbeischauen oder ihr könnt einen Hundehalter-Nachbarn bitten, euren Hund auf seine Gassi Touren oder zur Hundespielwiese mitzunehmen.

LG Tiago

Anzahl an Kommentaren: 2

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